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Führungen

Ort: Kulturstätte „Alte Synagoge“
Zeitraum: 21.09. – 10.10.2015
Führungen täglich: 09.00 – 11.00 Uhr
11.30 – 13.30 Uhr
14.00 – 16.00 Uhr
16.30 – 18.30 Uhr
Adresse: Dekanat Schweich-Welschbillig, Klosterstr. 1b, 54338 Schweich
E-Mail-Adresse für Anmeldungen:
info@deine-anne-in-schweich.de
Telefon: 06502 / 93 745-0
Mo.: 8.00 – 16.00 Uhr,
Mi. + Do.: 8.00 – 12.00 Uhr (sonst AB)
Links: facebook

Im Folgenden finden Sie die Motivationstexte unserer Peer Guides, welche Besuchergruppen durch die Ausstellung führen.


Anika, 13 Jahre, Stefan-Andres-Gymnasium, Schweich

Peer Guide AnikaSehr geehrte Damen und Herren!
Heutzutage ist es normal, dass Kinder im Alter von 6 – 17 zur Schule gehen. Es ist normal, dass sie in ihrer Freizeit raus gehen mit ihren Freunden, und zusammen spielen. Es wird weder auf die Religion, noch auf die Hautfarbe geachtet.
Doch es gab Kinder, die diese Gewohnheiten nicht ausnutzen konnten, sowie ein ganz besonderes Mädchen. Sie musste sich mit ihrer Familie verstecken und das nur, weil sie einer anderen Religion und Glaubensgruppe angehörte, den Juden. Sie wurden verachtet und durften nicht in Schwimmbäder. Sie durften nicht zu Schulen und konnten auf Grund ihrer Religion, keine Kinos besuchen. Können sie sich das vorstellen? Sie wurden von grausamen Menschen gejagt, so lange bis sie gefunden und getötet wurden und das nur wegen ihrem Glauben?
Nein! Ich glaube, dass sich das keiner von Ihnen vorstellen kann. Bis auf ein Mädchen, das dies alles durchmachen musste und danach sogar ihr Leben gelassen hat. Anne Frank.
Sie alle kennen sie als ein Mädchen, das Tagebuch geführt hat, während sie sich mit ihrer Familie in einem Nebenhaus in Amsterdam versteckt hatte. Sie schrieb dieses Tagebuch, weil sie nach dem Krieg Schriftstellerin werden wollte und ihr eigenes Tagebuch als eine Vorlage benutzen wollte. Sie hatte immer den Traum, eine Autorin zu werden und der ganzen Welt ihre Geschichte Preis zu geben. Doch diesen Traum konnte Anne Frank niemals verwirklichen. Am 4. August war alles vorbei. Nach mehr als zwei Jahren, in denen sie es geschafft hatten, sich vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu schützen, wurden sie verraten.
Ein Zitat aus ihrem Tagebuch war: „Wahrscheinlich wir sich eh niemand über die Herzensausgüsse eines 13-jährigen Mädchen interessieren.“
Doch genau das Gegenteil geschah. Nach dem Anne Frank im KZ in Bergen-Belsen gestorben war, veröffentlichte Otto Frank das Tagebuch seiner Tochter und ihre Geschichte wurde somit veröffentlicht.
Es ist sehr schade, dass Anne Frank dies nicht mehr miterleben konnte. Deshalb mache ich bei der Ausstellung mit. Denn so etwas wie damals, soll nie mehr geschehen. Ich hoffe, Sie werden unsere Ausstellung genießen und dass sie immer in Gedanken bei dem Mädchen sein werden, dass uns dies alles erschaffen hat, auch wenn eine sehr traurige Geschichte dahinter steckt.


Imoen, 13 Jahre, Stefan-Andres-Gymnasium, Schweich

Peer Guide ImoenDie Zeit des Nationalsozialismus war schrecklich. Unschuldige wurden aufgrund ihrer Religion, Hautfarbe oder ihrer sexuellen Orientierung verfolgt und getötet. Vor allem hatten die Juden darunter zu leiden. Nur wenige haben sich heimlich widersetzt und den Juden geholfen, so auch Miep Gieß, ihr Mann Jan Gieß, Bep Voskuijil und Victor Kugler. Sie halfen der Familie Frank. Anne, die jüngste dort, schrieb ein Tagebuch, das nach ihrem Tot bekannt wurde und alle berührte. Sie schrieb nicht nur über den Krieg, sondern auch über ihre Gefühle als Jüdin und als Gejagte. Leider wurde die Familie Frank verraten und in ein Konzentrationslager gebracht. Der Verräter oder die Verräterin ist leider unbekannt. Nur Otto Frank der Vater und Ehemann der Familie überlebte. Anne starb kurz vor Ende des Krieges. Genau wie 6.000.000 andere Juden! Dass so viel Leid geschehen konnte, ist schrecklich und unverzeihlich. Leider ist es aber auch nicht rückkehrbar. Man kann nicht mehr verhindern dass es passiert ist, man kann nur verhindern dass es wieder passiert! Wir alle können das. Das Projekt „Deine Anne“ trägt einen weiteren Schritt dazu bei, die Leute aufzuklären, zu warnen aber auch zu zeigen: Es geht auch anders!
Deshalb nehme ich am Projekt „Deine Anne“ teil, weil ich möchte, dass so etwas nie wieder passiert. Und wir alle haben heute unseren Teil dazu beigetragen und werden es hoffentlich auch weiter tun!


Jana, 19 Jahre, Friedrich-Spee-Gymnasium, Trier

Peer Guide Jana15 Jahre. Ermordet. Sie war Jüdin. Aber was sagt das aus? Nichts. Sie war ein junges Mädchen. Sie hatte Träume, Wünsche und Ziele. Wie du und ich. Wie wir alle. Doch für die Nazis war sie bloß Jüdin. Verfolgung und Diskriminierung der Juden und anderer „Rassen“, in die die Nazis die Menschen einteilten, das war ihr Ziel. Am Ende stand für die meisten der Tod. Menschenverachtend. Menschenunwürdig. Mir fällt es schwer, Worte zu finden, die die Situation von Anne Frank und allen anderen Menschen die damals verfolgt wurden, beschreiben. Eines weiß ich aber, dass so etwas Grausames in Zukunft nicht mehr existieren soll. Ja, sogar nicht mehr existieren darf. Ich sehe es als meine Aufgabe, über Anne Frank und ihre Zeit zu berichten. Ich möchte die Geschichte an Jugendlichen in meinem Alter vermitteln und darüber diskutieren. Ich freue mich schon auf die kommende Zeit als Ausstellungsbegleiterin, in der ich Jugendlichen über all das Geschehene berichten kann.


Lena, 18 Jahre, Friedrich-Spee-Gymnasium, Trier

Peer Guide LenaHerzlich Willkommen zur Eröffnung der Ausstellung „Unsere Anne“. Vielen Dank, dass Sie gekommen sind, denn erst Sie erwecken das Projekt endgültig zum Leben und geben uns sogenannten „Peer Guides“ einen Sinn, weiter an dem Projekt fest zu halten und anderen Jugendlichen den Mut zu geben, sich vor solch einer Gelegenheit nicht zu verstecken.
Das Konzept ist nicht nur eine Chance für uns, sondern auch besonders für Sie. Wir wollen dafür sorgen, dass Sie die Geschichte unseres Vorbilds Anne nicht nur hören – wir wollen, dass Sie das junge Mädchen nachvollziehen können und ihre Geschichte miterleben.
Durch sie können wir vieles lernen, wie zum Beispiel, dass sie, wie jeder andere Betroffene damals, nicht nur ein Opfer des Regimes war – im Gegenteil: sie waren alle Menschen, eigene Individuen, die zur falschen Zeit am falschen Ort waren und es absolut nicht verdient hatten. Wir Peer Guides wollen vermitteln, weshalb diese Geschichte sich nicht wiederholen darf und hoffen, Ihnen bei der Ausstellung tatkräftig zur Seite zu stehen und Ihnen das Leben der Anne Frank Nahe zu bringen.
Danke für Ihre Aufmerksamkeit.


Lisa, 18 Jahre, Friedrich-Spee-Gymnasium, Trier

Peer Guide LisaHeute bin ich 18 Jahre alt und damit 3 Jahre älter als Anne am Tag ihres letzten Tagebucheintrages. Bin ich heute so andersdenkend, neugierig und mutig wie Anne?
Ich glaube wohl, dass sie mich mit ihren 15 Jahren in allen drei Kategorien übertrifft. Doch sie ist ein Vorbild für mich und die anderen Peer Guides. Und wer weiß, vielleicht hat uns die Beschäftigung mit ihrem Leben so beeinflusst, dass wir eines Tages auch so andersdenkend, neugierig und mutig sein können wie Anne Frank. Ich zumindest wünsche mir das sehr.


Maren, 16 Jahre, Friedrich-Spee-Gymnasium, Trier

Peer Guide MarenWie kommen Jugendliche dazu, Ausstellungsbegleiter zu werden? Ist das nicht normalerweise ein Job für Erwachsene? Das fragen sich bestimmt einige. Doch gerade das ist ja der Knackpunkt am „Peer-Guide-Konzept“. Jugendliche begleiten Gleichaltrige durch eine Ausstellung – und gerade beim Thema Anne Frank kann das von Vorteil sein – vor allem weil Anne ebenfalls „nur“ ein junges Mädchen war, wenn auch ein sehr besonderes, mit einem Talent zum Schreiben, mutig und unermüdlich hoffnungsvoll. Und doch hatte sie die gleichen Ängste und Träume, die ein Mädchen in ihrem Alter vor und nach ihrer Zeit hat: Sie machte sich Gedanken über Jungs, über das Erwachsenwerden und über die Pubertät, wie die meisten Mädchen auch. Doch wie alle zu ihrer Zeit machte sie sich auch Sorgen über ihr Leben als Jüdin, wann Hitlers Nationalsozialismus endlich vorbei sein würde und wann sie endlich aus dem Versteck kann.


Martin, 15 Jahre, Stefan-Andres-Gymnasium, Schweich

Peer Guide MartinAls der Lehrer das Projekt vorgestellt hatte, fand ich die Idee dahinter interessant. Ich hatte noch nicht sehr viel über Anne Frank gehört, doch ich war neugierig. Was war so besonders an diesem 14-jährigen Mädchen, dass es 70 Jahre nach ihrem Tod eine Ausstellung über sie gab? Außerdem fand ich die Idee mit den Peer Guides ziemlich gut. Ich als Jugendlicher, der andere Jugendliche und ihre Lehrer durch eine Ausstellung führt und ihnen hilft, die Thematik zu verstehen. Doch ich hatte auch Zweifel. Würden die Jugendlichen mir überhaupt zuhören? Vielleicht nehmen sie mich gar nicht ernst. Schließlich machte ich doch mit, da ich es unbedingt ausprobieren wollte. Dann war ich auf dem ersten Treffen und sah zum ersten Mal, wie viele Leute sich für dieses Projekt interessierten. Auf dem Treffen wurde nicht nur über Anne, sondern auch über die Judenverfolgung im Allgemeinen geredet, wobei ich viel Neues gelernt habe und mein Interesse am Thema noch größer geworden ist, denn Anne beschreibt die Situation der Juden aus der Sicht einer Jugendliche in meinem Alter. Als wir am Ende noch den Film zum Buch geguckt hatten, wollte ich das Buch lesen. Nach dem Lesen war ich überrascht wie tiefsinnig das Buch ist und wieso man sie nicht vergessen sollte. So etwas wie damals darf nie wieder geschehen und dazu möchte ich gerne meinen Beitrag leisten.


Robin, 15 Jahre, Stefan-Andres-Gymnasium, Schweich

Peer Guide RobinIch finde, dass es eine große Leistung war, dieses Tagebuch zu schreiben und so lange selbst in diesem kleines Haus zu leben. Die Familie Frank und viele andere haben sehr gelitten und das Tagebuch soll als Mahnmal dienen, damit nichts dergleichen je wieder geschieht und damit das passiert muss man darüber sprechen und Leute darüber aufklären.